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04.04.09

Amerika - Massive Kreditausfälle ein Warnsignal

Auf die Finanzmärkte rollt eine neue Abschreibungswelle zu: Die Kreditkarten-Ausfälle in den USA sind auf ein 20-Jahres-Hoch gestiegen. Experten warnen, das sei erst der Anfang.


Die Rating-Agentur Moody's rechnet damit, dass die Ausfälle für die Kreditkarten-Anbieter bis Ende des Jahres den zweistelligen Prozentbereich erreichen könnten. Dabei sind in der Quote nur solche Ausfälle erfasst, von denen Unternehmen sicher glauben, dass sie nicht einzutreiben sind.


Bereits eine Ausfallrate von zehn Prozent würde weitere Abschreibungen in Höhe von 75 Milliarden Dollar bedeuten, haben Analysten berechnet. 2008 hatte die Ausfallrate noch Schätzungen zufolge zwischen sechs und sieben Prozent gelegen. Im Februar waren die Abschreibungen auf 8,82 Prozent gestiegen und damit so hoch wie nie zuvor in der 20-jährigen Geschichte des Kreditkarten-Index von Moody's.



Citigroup mieser dran als Amex



Dabei waren die einzelnen Kreditkartenanbieter von den Ausfällen unterschiedlich stark betroffen: So wies der gemessen am Umsatz größte US-Kreditkartenanbieter American Express für Februar eine Ausfallrate von 8,7 Prozent aus nach 8,3 Prozent im Januar. Noch schlimmer erwischte die Citigroup, die zu den größten MasterCard-Anbietern gehört, sie musste einen Anstieg der Ausfallrate von 6,95 auf 9,33 Prozent hinnehmen.


Seitdem die Banken nur noch sehr zögerlich Kredite vergeben, ist die Kreditkarte für viele Amerikaner die einzig verbliebene Geldquelle. Experten wie Walter Todd von Greenwood Capital Associates erwarten daher: "Der Trend wird eher noch abwärts zeigen, bevor die Lage wieder besser wird."


Kein Hoffnungszeichen vom Arbeitsmarkt
In der Tat dürfte die Wirtschafts- und Finanzkrise in den kommenden Monaten noch stärker auf die Zahlungsfähigkeit der Bürger durchschlagen. Denn die Arbeitslosenrate in den USA steigt und steigt. Die von der privaten Arbeitsagentur ADP am Mittwoch veröffentlichten Arbeitslosenzahlen für März waren erschreckend hoch ausgefallen. Marktbeobachter rechnen nun bei dem für Freitag anstehenden monatlichen Arbeitsmarktbericht mit dem Schlimmsten.


Die Neigung vieler US-amerikanischen Haushalte, ihren Konsum auf Pump – und sei es beim eigenen Kreditkarteninstitut – zu finanzieren, beruht derweil auf einem ganz anderen Grund: der Niedrigzinspolitik des einstigen Fed-Chefs Alan Greenspan. Sein Nachfolger Ben Bernanke geht mit seiner Nullzinspolitik noch einen Schritt weiter – und legt so wahrscheinlich den Grundstein für die nächste Schuldenkrise.


Anbieter werden vorsichtiger
Allerdings dürften die Kreditkarten-Anbieter einer 1:1-Wiederholung des Ausfall-Desasters schon selbst einen Riegel vorschieben und die Risiken begrenzen: Die Bankenanalystin Meredith Whitney erwartet, dass die Anbieter die Kreditlinien für ihre Kunden bis Ende 2010 um 50 Prozent auf dann nur noch 2,7 Billionen Dollar kürzen und generell weniger Kreditkarten bewilligen werden.

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