Japan erlebt die schwerste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg: Die Industrieproduktion ging im Februar um fast zehn Prozent zurück - und verlor zum fünften Mal in Folge. Als Exportnation ist Japan von der Wirtschaftskrise besonders stark betroffen.
Tokio - Die japanische Industrieproduktion ging im Februar im Vergleich zum Vormonat um saisonbereinigt 9,4 Prozent zurück. Das teilte die Regierung am Montag auf vorläufiger Basis mit. Damit sank die Produktion im nunmehr fünften Monat in Folge. Im Januar war sie sogar um 10,2 Prozent eingebrochen.
Aktienhändler in Tokio: Drastischer Einbruch der Nachfrage aus dem Ausland
Wegen der Rezession in den USA, Europa und der Talfahrt in China ist die Nachfrage nach japanischen Autos, Elektronikgeräten und anderen Exportgütern drastisch gesunken. Die Exporte brachen im Februar um 49,4 Prozent ein, wie in der vergangenen Woche bekanntgegeben wurde. Unternehmen wie Toyota Chart zeigen oder Sony Chart zeigen mussten die Fertigung drosseln und Tausende von Stellen streichen.
Für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ist es die schwerste Krise seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Wie das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) weiter mitteilte, dürfte die Industrieproduktion allerdings im März und April wieder leicht anziehen. So dürfte der Ausstoß im März um 2,9 Prozent und im folgenden Monat um 3,1 Prozent zulegen, hieß es.
"Die Phase der drastischen Produktionskürzungen dürfte langsam auslaufen", erklärte Martin Schulz, Ökonom beim Fujitsu Research Institute in Tokio. Hintergrund ist, dass Japans große Industrieunternehmen ihre Lagerbestände so schnell abgebaut haben wie noch nie. Doch ein Ende der Krise bedeutet dies für Japan nicht: Die Nachfrage aus dem Ausland dürfte niedrig bleiben. Hinzu kommt, dass auch die Binnennachfrage am Boden liegt - auch wegen der deutlich gesunkenen Beschäftigung.
Gesamtwirtschaftlich sieht es für Japan also weiterhin düster aus. Vor diesem Hintergrund arbeitet die Regierung von Ministerpräsident Taro Aso bereits an ihrem dritten Konjunkturpaket seit Oktober in Milliardenhöhe. Finanzminister Kaoru Yosana sagte dem "Wall Street Journal", Japan werde im Kampf gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise "weit mehr" als zwei Prozent seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausgeben. Ohne zusätzliche Ausgaben zur Ankurbelung der Konjunktur werde das BIP in Japan in diesem Jahr um 5,8 Prozent zurückgehen.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte Tokio aufgefordert, mindestens zwei Prozent des BIP gegen die Krise aufzuwenden. Diese Schwelle werde die Regierung bei weitem überschreiten, sagte Yosano. Das Geld vom Staat soll die Nachfrage ankurbeln, Arbeitsplätze erhalten helfen sowie die unter dem Einbruch von Binnennachfrage und Export leidenden Unternehmen unterstützen.
Unterdessen gab die Börse in Tokio zum Handelsauftakt in Folge von Gewinnmitnahmen nach. Der Nikkei-Index Chart zeigen für 225 führende Werte büßte in den ersten 15 Handelsminuten 0,44 Prozent auf den Stand von 8588,83 Punkten ein.
01.04.09
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