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03.04.09

System - Fortis fährt 28 Milliarden Verlust ein

Der belgisch-niederländische Finanzkonzern muss den Rückzug aus dem Bankgeschäft teuer bezahlen: 2008 häufte das staatlich gerettete Unternehmen einen Rekordverlust an. Der Chef blickt trotzdem optimistisch in die Zukunft - und stellt wieder Ausschüttungen an die Aktionäre in Aussicht.

Der krisengeschüttelte Fortis-Konzern hat im abgelaufenen Jahr einen Verlust von 28 Mrd. Euro verbucht. Zurückzuführen sei dies auf Belastungen im Zuge der Abspaltung des Bankengeschäfts an den niederländischen und belgischen Staat, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Allein 27,4 Mrd. Euro habe das Minus aus nicht fortgesetzten Geschäften betragen - davon 20,8 Mrd. Euro bei der belgischen Bank-Sparte und 8,6 Mrd. Euro bei der niederländischen Bank-Sparte. Fortis hatte diesen Monat bereits mitgeteilt, keine Dividende zahlen zu können.

Der Fortis-Konzern wurde im Zuge der Finanzkrise von der belgischen, der niederländischen und der luxemburgischen Regierung aufgespalten, um ihn vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Der Staat hatte zuvor bereits 11,2 Mrd. Euro bereitgestellt.

Aus der staatlichen Rettung geht Fortis als Versicherungskonzern mit einem Prämienvolumen von 11,6 Mrd. Euro hervor. Noch unter Vorbehalt steht der Verkauf des belgischen Bankgeschäfts und eines 25-Prozent-Anteils der belgischen Versicherungssparte an den französischen Konkurrenten BNP Paribas. Die Aktionäre müssen den beiden Transaktionen auf der Hauptversammlung am 8. April zustimmen.

Sollten die Eigner die Pläne absegnen, würde sich das Aktienkapital auf 7,5 Mrd. Euro und die Barreserven auf 3,6 Mrd. Euro belaufen. Fortis-Vorstandschef Karel de Boeck äußerte sich optimistisch: "Wir werden nun unsere Optionen, wie wir das Kapital einsetzen, genau prüfen. Das kann organisches Wachstum sein, aber auch Akquisitionen beziehungsweise Ausschüttungen an die Aktionäre." An der Börse geht es für Fortis aufwärts: Die Aktie kletterte seit Jahresbeginn um 45 Prozent. Am Dienstag lag das Plus bei knapp fünf Prozent.

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