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28.03.09

In den USA droht massive Geldentwertung

In den USA droht massive Geldentwertung
Gefahr auch für europäische Sparer

Michael Grandt

Die US-Notenbank greift zum Äußersten: Sie will für 300 Milliarden Dollar US-Staatsanleihen aufkaufen und druckt mehr Geld. Der Staat nimmt also bei sich selbst Kredit auf, mit Geld ohne Gegenwert. Sparguthaben könnten im Wert fallen.

Die Lage für die USA wird immer verzweifelter: Die Notenbank und die Regierung wollen die Wirtschaft mit einem weiteren Billionenpaket stabilisieren. Aber das Geld ist nicht da, also werden die Druckmaschinen angeworfen. Das bringt eine Inflation mit sich, die auch für Sparer in Europa gefährlich werden könnte.

Ben Bernanke, der Chef der amerikanischen Notenbank Fed, hat nun verkündet, weitere 1,2 Billionen Dollar auf den Markt zu werfen, um die Finanzkrise zu bekämpfen. 375 Milliarden Dollar des neuen Liquiditätspaketes sollen für den Kauf von US-Staatsbonds aufgebracht werden, 825 Milliarden Dollar fließen in Hypothekenpapiere. Da diese riesige Geldsumme aber nicht zur Verfügung steht, wird sie gedruckt. Einen Gegenwert gibt es nicht. Viele Anleger fürchten daher um die Entwertung ihres Vermögens.


USA weiten Geldmenge um neun Prozent aus!

In der Vergangenheit mündete das Ganze häufig in einer bis zu zweistelligen Geldentwertung (sprich Inflation), wenn Staaten zur Finanzierung ihrer Schulden leichtfertig die Notenpressen anwarfen.

Die Lage ist sogar so verzweifelt, dass die US-Notenbank Staatsanleihen kaufen will, was bedeutet, sie finanziert selbst die öffentlichen Schulden, der Staat nimmt also quasi bei sich selbst Kredit auf. Die Bilanzsumme der Fed betrug im August 2007 knapp eine Billion Dollar, durch die jüngsten Schritte könnte sie sogar auf das Fünffache, also auf rund fünf Billionen anwachsen. Dadurch wird die Geldmenge um ganze neun (!) Prozent der gesamten US-Wirtschaftsleistung eines Jahres ausgeweitet, ohne dass ein konkreter Gegenwert besteht!


»Politik des leichten Geldes«

Schon ein Ökonomiestudent lernt im Grundstudium: Wenn mehr Geld in Umlauf gebracht wird, die Zahl der Dienstleistungen und Waren aber gleich bleibt, müssen zwangsläufig die Preise steigen.

Allerdings besteht diese Gefahr erst dann, wenn die neue Liquidität über das aus dem Nichts erschaffene Geld den Konsumkreislauf erreicht. Solange die Wirtschaftsaussichten trübe bleiben, ist keine Teuerung zu erwarten, denn Banken werden sich mit der Kreditvergabe zurückhalten und Verbraucher mehr sparen. Ob dies allerdings in den USA genauso sein wird, ist fraglich, denn die Sparquote in den USA ist traditionell nur etwa halb so hoch wie in der EU.

Geht es jedoch mit der Wirtschaft wieder aufwärts, kann die Geldblase Probleme bringen, denn die Notenbank sollte das zu viel geschaffene Geld wieder vom Markt nehmen, was aber nicht so einfach sein wird, denn dann verlieren auch die von der Fed angekauften Staatsanleihen drastisch an Wert und Anleger schichten ihr Geld wieder in Aktien um. Will die Notenbank der Wirtschaft jedoch Liquidität entziehen, dann muss sie die Anleihen verkaufen, wobei aber die Differenz zwischen dem höheren Ankaufs- und dem niedrigeren Verkaufspreis im System bleibt. Die Folge: Inflation.


Inflation und Umbewertung der Geldanlagen

Eine massive Umbewertung von Realinvestments und Geldanlagen wäre die Folge: Sparguthaben, Fest- und Tagesgeld sowie Anleihen würden im Wert fallen, Immobilien und Gold aber stabil bleiben. Der Wert von Grundstücken, Maschinen und Gebäuden würde hingegen steigen.

Die USA sind mit dem Gelddrucken, im Fachjargon »quantitative easing«, nicht der einzige Staat, der das in der aktuellen Krise wagt. Weltweit handeln fast alle Notenbanken nach diesem Notfallplan. Nur die EZB hält sich noch zurück, aber auch ihr wird mittelfristig nichts anderes übrig bleiben, als die Notenpressen anzuwerfen. Ansonsten wird der Euro so sehr an Wert gewinnen, dass er eine wirtschaftliche Erholung im EU-Raum sogar bremsen könnte.

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